Über Konfitüren

Der Jung, der hat kürzlich wieder kiloweise Aprikosen angeschleppt, um damit die diesjährige Konfitürensaison einzuläuten. Mit der Konfitürensaison kommt zeitgleich auch die Konfitürendiskussionssaison. Des Jungs und mein Geschmack sind ziemlich diametral verschieden, was Konfis angeht. Nicht bezüglich der Ingredienzen, sondern bezüglich der Konsistenz.

Jung: Die Aprikosen sollen möglichst ganz verkocht werden.

Frei: Die Aprikosen sollen möglichst klein sein. Am liebsten püriert.

Der Jung findet es abartig, Konfis ohne Stückli essen zu wollen. Ich finde es abartig, so grosses, süsses “Geschlüdder” im Mund haben zu wollen. Die hauseigene empirische Forschung hat jedoch ergeben:

Die Menschheit kann sozusagen in 2 Gruppen geteilt werden: Konfi-mit-Stückli-Lover und Konfi-ohne-Stückli-Fans. Was der Jung besonders abartig findet: es gibt tatsächlich noch mehr als nur mich von meiner Sorte.

Die Frage der Grösse

Es steht auf der Verpackung der Rüeblisticks beim Fast Food-Distributor:

“Bitte versichern Sie sich, dass die Gemüsestücke der Grösse ihres Kindes entsprechen”.

Das Kind ist ja eigentlich noch klein. Aber so grosse Karotten hab ich jetzt doch noch nie gesehen.

Küchenzauber

Gerade eben habe ich dem Junior das Mittagessen präpariert. Ich habe - ruckzuck - ein Rüebli, eine Kartoffel und ein bisschen Broccoli gerüstet und in die Pfanne gehauen, die Mahlzeit war sozusagen schon fertig, kaum hatte ich angefangen. Im letzten halben Jahr habe ich rüsttechnisch grausam Fortschritte gemacht und staune nun nicht mehr sooooooooooo sehr darüber, wie meine Mutter mit so einem unpraktischen Rüstmesser die Rüebli so schnell rüsten kann.

Da man beim Rüsten auch wunderbar sinnieren kann, hatte ich wieder mal ein Flashback: Mit ungefähr 16 durfte ich eine Woche lang in einem Hotel schnuppern. Am wenigsten Gefallen hat’s mir im Service, was primär an der Chefin dort lag. Oder daran, dass ich zwischen all den halb fertig gegessenen Müeslis der Kunden, die wir abgetischt hatten, versehentlich auch ihr halbfertig gegessenes Frühstück, das aber im Gegensatz zu den Kundenmüeslis noch hätte gegessen werden sollen, weggeschmissen hatte. Am besten hat’s mir in der Küche gefallen. Ich habe dort mit dem Chef de Cuisine einen netten Tag verbracht und Hunderte von Tomaten ausgehölt. Wahrscheinlich könnte ich das noch heute in Rekordtempo. Ich sollte es mal wieder versuchen.

Übers Guetzlibacken

Wenn man stundenlang Teig auswahlt, Förmli in die Masse drückt und die ausgestochenen Prachtsexemplare dann noch einzeln und sehr liebevoll mit irgendwelchen Glasuren bestreicht, kann daraus ein zünftiger Muskelkater im Nacken-Schulter-Bereich resultieren.

Man merke: Auch Guetzlibacken ist ein Sport.

4 Stunden, 5 Gänge…

…und das in einem guten Restaurant. So sieht mein Mittagsprogramm heute aus.

Ich lasse es mir gutgehen und hoffe, dass die angehenden Servicefachangestellten, die uns als Husarenstück für ihre Lehrabschlussprüfung verwöhnen sollen, nicht nur uns, sondern auch sich selbst mit einer Glanzleistung beglücken.

Und ich hoffe, die 30-minütige vorgängige Instruktion ist nicht so komplex, dass ich nachher selbst zur Pannensusi mutiere.

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